Die grüne Meile
Heute lief auf RTLII der Film The green mile. Jeder sollte diesen Film einmal gesehen haben.
Der Film spielt im USA der 30er Jahre, beginnt aber zunächst in der Gegenwart mit dem 108 Jahre alten Paul Edgecomb, der früher im Todestrakt (der sogenannten “green mile”, der Fußboden ist grün) als Vollzugsbeamter gearbeitet hat.
Eines Tages kommt ein zum Tode verurteilter Schwarzer in die “death row”. Paul sieht in ihm mehr als einem verurteilten Mörder; John (so der name des Schwarzen) kann Menschen und Tiere von schweren Krankheiten heilen und hat übersinnliche Kräfte.
Paul und die anderen Gefängniswärter sind von seiner Unschuld überzeugt, John kann keinem Wesen nur ein Haar krümmen. Allerdings steht es nicht in ihrer Macht, John vor seinem Tod durch den elektrischen Stuhl zu retten und so kommt auch Johns Tag und Paul muss den Befehl zum exekutieren geben.
Der Film ist gut gemacht und regt zum Denken an. Interessant sind manche Fakten zu dieser Art der Hinrichtung. Der elektrische Stuhl war eine Idee Edisons, der als Entdecker des elektrischen Stroms gilt. Er war der Meinung, dass Wechselstrom im Gegensatz zu Gleichstrom wesentlich gefährlicher war. Er bewies dies an unzähligen Tierversuchen, unter anderem tötete er auch einen Elefanten.
Der elektrische Stuhl fand am 6. August 1890 das erste mal bei der Hinrichtung von William Kemmler im Auburn Prison im Bundesstaat New York Verwendung. Da man noch keine weitreichenden Kenntnisse über diese Hinrichtungsmethode hatte, legte man zuerst eine Spannung von 1000 Volt an. Als man nach 17 Sekunden den Strom abstellte, stellte man mit Erschrecken fest, dass der 30-jährige Kemmler noch lebte. Er japste laut nach Luft, röchelte vor sich hin und erbrach sich schließlich. Erst nach weiteren 79 Sekunden und mit 2000 Volt Spannung war Kemmler tot. Der Befürworter des Wechselstroms, George Westinghouse, war Fassungslos und meinte, man hätte es mit einer Axt besser machen können.
Mit einer Axt hätten sie es besser gemacht
Augenzeugen beschwerten sich über den Gestank und dieVerbrennungen, die der Leichnahm Kemmlers aufwies, außerdem soll Rauch aus Kemmlers Kopf aufgestiegen sein.
Heutzutage ist der elektrische Stuhl weitgehend abgeschafft, nur in Nebraska findet er noch Verwendung, in manchen Staaten kann der Todeskandidat frei entscheiden, ob er den Tod durch die Spritze oder durch den Stuhl will, vorausgesetzt, er hat sein Verbrechen vor einem bestimmten Stichtag begangen.
Die letzte Hinrichtung auf einem elektrischen Stuhl in den USA bisher war letztes Jahr. Am 12. September 2007 wurde Daryl Holton wegen vierfachen Mordes an seinen Kindern auf eigenen Wunsch auf dem elektrischen Stuhl exekutiert. Die Exekution fand in der Riverbend Maximum Security Institution im Bundesstaat Tennesse um 1 Uhr Ortszeit statt. Um 1:25 Uhr konnte der Tod bestätigt werden.
Der 45-jährige gestand, 1997 seine vier Kinder getötet zu haben. Er plante auch, seine Exfrau und sich zu töten, entschied sich aber um und stellte sich der Polizei. Als Grund nannte er, seine Exfrau habe ihm seine Kinder vorenthalten.
Holton war Todesstrafenbefürworter und erhob keinen Einspruch. Er wählte den elektrischen Stuhl als Todesstrafe, da er sich dadurch weniger Schmerzen versprach. Als Henkersmahlzeit as er Rippchenfleisch im Brötchen, Kuchen und trank Eistee.



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